SAFARI
MIT SPA MITTEN IN AFRIKA
SEVERIN
SAFARI CAMP: NEUE GENIEßERFERIEN
IM TSAVO-NATIONALPARK IN KENIA
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BERICHT
VON ANDREA TAPPER • FOTOGRAFIE: DUNCAN WILLETTS
Coastweek --
"Nur
eine Zeltwand trennt meine Gäste von der Wildnis",
sagt Camp-Besitzer Severin Schulte.
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Und
nach der Safari erwartet sie Wellness -
mitten im Busch.
Das
ganz neue Afrika-Erlebnis: Wir haben es
ausprobiert
Afrika
ist nichts für Langschläfer. Zu kostbar
(und angenehm kühl) sind die
Morgenstunden. Und wer Löwen erwischen
will, sollte sowieso früh aufstehen, denn
seine Siesta verdöst der König der
Savanne gerne versteckt im Busch. |
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Coastweek --
Der
Swimmingpool im
luxuriösen Kenbali Spa.
FOTOGRAFIE:
DUNCAN WILLETTS/
SEVERIN KENYA |
Also
geht’s um sechs Uhr los, von Mombasa am
Indischen Ozean, in den Tsavo National-park, den
größten Kenias.
Mit
seinen Teilen West und Ost ist er größer als
Israel und seit 1948 ein Wildreservat. Vor uns
liegen 250 Kilometer Strecke, zunächst Straße,
dann Rubbelpiste. Wir tauschen das badewannenwarme
Meer und die wogenden Palmen gegen rote Erde,
Akazien, Buschge-strüpp.
Die
Überlandstraße offenbart Kenias grandiose Weite:
Grüne Hügel verfächern sich bis zum Horizont,
kegelartige Berge blitzen neugierig in die Sonne.
Dies
sind die "rolling hills of Africa", die
schon US-Autor Ernest Hemingway für immer
verzauberten.
Zehn
Prozent Kenias stehen unter Naturschutz, über
fünfzig Nationalparks unterhält das Land: eine
Schatzkammer der Natur, die das beliebteste
Reiseziel im tropischen Afrika für die ganze Welt
konserviert.
Moment
mal, was raschelt da im Busch? Graue Popos groß
wie Lastwagen-Hinterteile schieben sich durchs
sonnenverdorrte Gebüsch.
Direkt
am Eingang des Tsavo West Parks grast, wie auf
Bestellung, in Seelenruhe eine Elefantenfamilie.
Das Baby geht der Mutter gerade mal bis zum Knie,
aber den Minirüssel bewegt es schon ganz elegant.
Mehr
als zehntausend Elefanten gibt es wieder in Tsavo,
seit streng gegen die Wilderer vorgegangen wird",
erklärt Safari-Guide Kevin Apidi: "Aber wir
haben noch Platz für viel mehr.
"
Weltberühmt sind die "roten" Elefanten
- benannt nach dem roten Matsch, in dem sie sich
gerne suhlen.
Und
das hat seine Gründe: Für Elefanten ist die
extrem eisenhaltige Erde ein natürliches
Schönheitsmittel, hält Insekten fern und
schützt auch die dickste Elefantenhaut vor
Sonnenbrand.
Wenn
das keine perfekte Einstimmung auf unsere
Wellness-Safari ist!
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Jede
Reise ist eine Safari
Ohne
ihr Tafelsilber, weiße Tischdecken und den Gin
für den "Sundowner" zogen die
Engländer, die Ex-Kolonial-herren Kenias, gar
nicht erst in den Busch.
Dabei
bedeutet Safari in der kenianischen Landessprache
Swahili einfach nur "Reise".
Stilvoll
sind die Großwildjagden bis heute, auch wenn die
Tiere nur noch per Zoom eingefangen werden.
Seit
Jagen in Kenia verboten ist, sind die "Big
Five" - Löwen, Nashörner, Büffel,
Elefanten und Leoparden - zutraulicher geworden.
Wie
zwei langbeinige Models mit Gardemaßen stolzieren
zwei Strauße neben unserem offenen Jeep.
Die
Männchen haben schwarze Bauchfedern, weil sie
nachts auf den Eiern brüten, erklärt Kevin.
Wer
hätte gedacht, dass die Emanzipation in Afrika so
fortgeschritten ist!
Ein
beiger Schatten am Wasserloch, könnte das etwa..?
Ja!
Das Kameraobjektiv zeigt, beängstigend nah, das
im Wind zitternde Fell eines Löwen.
Als
"Man eater", Menschen-fresser, erlangten
die Tsavo-Löwen, die als einzige der Welt keine
Mähnen haben, gruselige Berühmtheit.
Während
des Baus der ersten Eisenbahn 1898 töteten sie 28
Arbeiter.
Die
Dürre hat den Löwen an die Wasserstelle gelockt.
Ganz
Kenia dürstet nach Regen, der zweimal im Jahr, im
Mai und November, die ausgetrocknete Natur in
voller Farbenpracht explodieren lässt.
Abends
landen wir staubig und müde im Vier-Sterne
Severin Safari Camp, einer Arche Noah der
Zivilisation mit 27 Zelten und Suiten, grünen
Sofas in der Lobby, Bar und Restaurant mit
traumhaftem Ausblick auf die weite Savanne und
Wellness-Spa.
Rund
fünfzig Mitarbeiter unter dem deutschen Manager-Pärchen
Manja Seifert und Jürgen Pietz kümmern sich um
die Besucher.
Auf
blütenweiße Bettwäsche im Safari-Zelt haben
gute Geister ein Monogramm aus Stroh-fädchen mit
unseren Namen gestickt. Afrika weiß, wie es seine
Gäste verwöhnt.
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Aprikosen-Peeling
im Schönheits-Kral
Beatrice
hat mich fest im Griff.
Sanft
wehen die cremeweißen Vorhänge der Massage-Rundhütte
im Wind; leise blubbert der mit frischem
Quellwasser gefüllte Pool.
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In
der Ferne grunzt ein Flusspferd.
Einem
traditionellen afri-kanischen Kral ist der
KENBALI SPA im Severin Safari Camp
nachempfunden; das Innenleben des 430
Quadratmeter großen Wellness-Bereichs,
der komplett aus Holz, Lavastein und
anderen Naturmaterialen gebaut wurde,
offenbart exquisite, afrikanische
Schönheitsgeheimnisse. Kenbali
steht für Kenia und Bali, einen Mix aus
afro-asiatischen Wohlfühl-Techniken. |
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Coastweek --
"African
Dream"
Relax-Massage im
Schönheitskral.
FOTOGRAFIE:
DUNCAN WILLETTS/
SEVERIN KENYA |
Mit
einem Aprikosen-Sesam-Scrub befreit Beatrice meine
Haut von abgestorbenen Hautzellen.
Durch
sanfte Relax-Massagen wie "African
Dream" mit vita-minreichem Avocado-Öl
pflegen drei ausgebildete
Schönheits-therapeutinnen die gestresste Haut
streichelzart.
Warum
ein Spa im Busch? Die Antwort liegt auf der Hand:
"Der
Trend geht zur längeren, mehrtägigen
Safari", sagt Cornelia Schulte, gelernte
Kosmetikern und Ehefrau des seit mehr als 20
Jahren selbstständig arbeitenden Inhabers, die
das Kenbali-Konzept entwickelt hat
"Loslassen
und in unberührter Natur die Freiheit der Sinne
genießen", ist die Devise.
Zwischen
Morgen- und Abend-Pirsch bleibt viel Zeit für
Verwöhn-Programme.
Da
fügt es sich gut, dass in Afrika Naturkosmetik
praktisch auf den Bäumen wächst:
Das
Marula-Öl etwa aus den Früchten des
afrikanischen Elefanten-baumes nutzen namibische
Frauen seit Jahrhunderten zur Stärkung des
natürlichen Hautschutzes.
Das
kalziumreiche Mus der Papaya-Frucht soll als
Feuchtigkeitsmaske sogar Lifting-Effekte zeigen.
Unter
Beatrice’ geschulten Händen verliere ich mich
in meinem ganz privaten afri-kanischen Traum:
Hoffentlich,
so denke ich noch, bevor ich wegdrifte,
verwechseln die Elefanten den Pool nicht mit einer
Wasserstelle!
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Grünes
Paradies mit Solartechnik
Die
Savanne hält Mittags-schlaf.
Nur
der Sprechgesang des "Go-Away"-Vogels -
einer von sechs hundert Vogelarten im Tsavo-Park -
dringt in mein Safari-Zelt.
Ein
paar Frösche schnarren, aus der Ferne weht das
Lachen einiger Angestellter herüber.
Makuti-Strohdächer
halten die hohen Zelte mit kuscheligem Doppelbett,
Moskitonetz, eigener Terrasse und Bad auch in der
Hitze des Tages angenehm kühl.
Aus
der Dusche prasselt solar-gewärmtes Quellwasser:
Allein die Symbiose von Natur und Komfort auf
Safari ist schon ein Wellness-Faktor.
Der
Öko-Luxus im Busch kommt nicht von ungefähr:
"In
einem Naturparadies wie Kenia wollen wir keinerlei
umwelts-chädliche Fußspuren hinter-lassen",
sagt Camp-Besitzer Severin Schulte, und führt
mich hinter die Kulissen seiner 250 000
Quadratmeter großen Camp-Oase.
Ausgetüftelte
Solartechnik, leise Generatoren mit höchster
Energieeffizienz und eine biologische Kläranlage
ver-stecken sich in einer "Service Manyatta",
benannt nach den Dörfern der Massai.
Küchenabfälle
trocknen in "Affenkäfigen", werden dann
in Lavaöfen verbrannt.
"Kompostieren
geht nicht in Afrika", erklärt der
55jährige deutsche Unternehmer, der als
Zwanzigjähriger den schwarzen Kontinent mit dem
Auto durchquerte.
"Das
lockt die Affen an." Alle anderen
Abfallprodukte ver-lassen den Park zur Entsorgung,
wie sie hinein gekommen sind - per Jeeps und auf
Lastern.
"Die
Öko-Balance des Parks muss um jeden Preis
erhalten bleiben", sagt Schulte, dessen Vater
in den siebziger Jahren die Severin-Hotels in
Kenia begründete.
Sein
grünes Paradies dankt es ihm.
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Ein
Irrtum der Natur: Schnee am Äquator
Action
ist angesagt am dritten Safari-Tag.
Schließlich
hat Afrikas höchster Berg, der Kilimanjaro, den
Rhythmus des Tages vorge-geben, als er uns sein
5895 Meter hohes Gipfelplateau aus-nahmsweise mal
wolkenfrei und munter zum Frühstück zeigt.
Wie
ein weißes Sahne-häubchen schwebt der "Kili"
über der Steppe - einen "Irrtum der Natur"
nannte ihn der deutsche Missionar Johannes Rebmann,
der 1848 als erster von der Existenz des ewig
schneebe-deckten Dachs über Afrika berichtete.
Wie
eine schwarz-weiß-grüne Perlenkette umrahmen die
vulkanisch aktiven Chyulu-Hügel, die lieblichen
Maktau-Berge und der mächtige "Kili"
das Severin Safari Camp.
Zur
tansanischen Grenze sind es rund dreißig
Kilometer.
Wir
könnten heute das "Rhino Sanctuary"
besuchen, ein vorbildliches Schutzprojekt, wo
fünfzig bedrohte Nashörner behutsam wieder
ausgewildert werden; oder den Shetani, den "Teufels"-Lavafluss
des letzten Vulkansausbruchs vor zwei hundert
Jahren verfolgen.
Wir
könnten in einen Tank mit Bullaugen steigen und
Krokodile in den schattigen Mzima-Quellen beäugen,
die nicht nur unseren Camp-Pool, sondern zehn
Millionen Kenianer an der Küste mit
kristallklarem Wasser versorgen.
Wir
könnten wie Karen Blixen in "Out of
Africa" ein Busch-Frühstück mit Mangosaft
und Omelette unterm Baobab-Baum genießen, oder
einen Sun-downer hoch auf dem Berg des
"Poachers Outlook".
Tsavo
heisst "Schlachtplatz" in der
Stammessprache der Kamba und als die Sonne über
der Buschebene versinkt, lernen wir, warum:
Im
ersten Weltkrieg kämpften auf diesem Fleckchen
Erde Engländer gegen Deutsche, später
Großwildjäger gegen Elefanten und heute noch
Wildhüter gegen Wilderer.
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Massai-Wellness:
Zahnstocher und Mückenschutz
Doch
wir entscheiden uns für die ursprünglichste
aller Aktivitäten, den Bush Walk, verspricht er
doch Fitness und Naturkunde in einem.
Nur
wenige Nationalparks darf man zu Fuß
durchstreifen.
Massai
Ketukei, 35, geht mit seinem Speer voran.
Er
zeigt auf den Oltermeletei-„Toilettenpapier"-Baum
mit Blättern in zwei weichen Lagen, auf
grasdurchsetzten Elefanten-dung, den die Massai
gegen Mücken anzünden.
Die
Dornen der Akazien geben prima Zahnstocher her,
sagt Ketukei, die gekochten Wurzeln seien besser
als Aspirin. Der Wurzelsaft der Akazie wiederum
helfe gegen Fieber.
Dik-Diks,
die scheuen Zwergantilopen, treten lebens-lang als
Pärchen auf, stirbt einer, bleibt der andere
Single.
Der
Kot der Hyänen ist weiß vom Kalzium der vielen
Knochen, die sie zermalmen.
Der
freundliche Ketukei liest in der Natur wie in
einem Lexikon. Und plötzlich wird uns klar: Die
Weisheit Afrikas ist die Wiege aller Wellness.
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Andrea Tapper
ist Autorin in Hamburg und hat sieben Jahre als
MKorrespondentin
deutscher Zeitungen in Kenia gelebt.
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