.


IKARIBUNI - WILLKOMMEN ! 

Aus den deutschen Seiten von Coastweek

 

 Coastweek   Kenyaa


 HOME - click this banner to return to http://www.coastweek.com 
.
 
 
 

.

SAFARI AM FUßE DES KASIGAU

.

Coastweek -- Ein Von der Decken Nashornvogel als Zaungast
beim Frühstück im Camp Tsavo.
FOTOS: ALKA SUBBARAO
.

Früher lebten in diesem
Gebiet viele wilde Tiere
.

 VON NELLY RIEGGER 

Coastweek -- WENN MAN auf der Fernstraße von Mombasa Richtung Nairobi fährt, sieht man nach etwa 100 km auf der linken Seite den Kasigau - ein Berg in markanter Form, der sich 1640 m aus der Ebene erhebt.

Aus dieser trockenen Halbwüste mit Busch und Grasland ragen mehrere kleinere und größere Inselberge wie der Kilibasi, Rukinga und Kisima und weiter nördlich ist die Bergkette der Taita Hills zu erkennen.

Früher lebten in diesem Gebiet viele wilde Tiere.

Es gab auch Farmen, die während der Kolonialzeit in Jagdreviere umgewandelt wurden.

Später wurde das Land aufgeteilt in Gruppen Ranches und der einheimischen Be-völkerung zurückgegeben wie zum Beispiel die Taita Ranch (98.000 Acres) und Rukinga Ranch (76.000 Acres).

Schon immer wurde dieser Gebiet als Korridor be-nutzt, vor allem von Elefanten, die auf der Suche nach Wasser vom Lake Jipe im südlichen Teil von Tsavo-West nach Tsavo-Ost zum Tsavo River und Galana River und zurück wanderten.

Camp Kenya, ein britisches Hilfswerk mit Sitz in Diani, errichtete in der Rukinga Wildlife Conservancy das Camp Tsavo und führt von dort aus verschiedene Projekte durch.

Die Organisation hat mehrere Camps in Kenia und Tansania.

Unterkunft gibt es im Camp Tsavo in makutibedeckten Rundhäusern mit einfacher, aber zweckmäßiger Einrichtung.

Zum Essen sitzt man im Freien unter einem Makutidach und kann außer der erstaunlich guten Küche Natur pur genießen, wenn am Mittag die vielen bunten Vögel herumschwirren - getupfte Barbets, gelbe Weber mit schwarzem oder rotem Kopf, Fliegenschnäpper, zierliche Sonnenvögel mit metallisch schillerndem Gefieder - während Erdhörnchen und Zwergmungos am Boden herumflitzen.

Vor allem Von der Decken Nashornvögel sind zahlreich vorhanden und machen sich lautstark bemerkbar.

Beim Abendessen geben die Grillen, Zikaden und anderen Insekten ein Konzert.

Das Camp ist von einem elektrischen Zaun umgeben, denn in dem Reservat gibt es Elefanten, Büffel, Löwen, Zibetkatzen, Warzenschweine, Impalas, Buschböcke, Gerenuks und Dikdiks, die sich oft auch in der Nähe des Camps aufhalten.

Diese Camps sind vor allem gedacht als Herberge für ausländische Studenten, Schüler mit ihrem Lehrer oder Personen, die Forschungsarbeiten durch-führen wollen.

Schüler aus Großbritannien kommen für einen Monat und wohnen je zehn Tage in verschiedenen Camps, damit sie die Lebensweise der ein-heimischen Bevölkerung kennenlernen und bei den täglichen Arbeiten mithelfen können.

Gelegentlich kommen 100-250 Jugendliche, für die auf dem Gelände rund um das Camp Zelte aufgestellt werden.

Die Wasserleitung von Mzima Springs nach Mombasa führt durch dieses Gebiet.

Es wurden Leitungen abgezweigt, Brunnen für die wilden Tiere errichtet und das Land in gewissen Teilen bewässert, damit das Gras wächst und die Tiere dort angelockt werden.

Ein Projekt von Camp Kenya ist die Kleiderfabrik, die 35 lokale Arbeitskräfte beschäftigt, um T-Shirts mit aufgedruckten Wildlife Motiven und andere Freizeit-bekleidung herzustellen.

Coastweek -- Besuch bei
den Frauen der Imani
Women's Group.

Wie Rob Dodson, Manager des Reservats erklärt, wird nur organische Baumwolle ver-wendet, die ohne Insektizide gewachsen ist.

Die Fasern kommen aus Uganda und werden in Nairobi zu Trikot und Frotteestoffen verarbeitet.

Die Fabrik arbeitet als EPZ (Export Processing Zone) und die Waren dürfen nicht auf dem lokalen Markt, sondern nur im Ausland verkauft werden.

Ein Wildlife Shop in San Francisco ist der Haupt-abnehmer, aber zur Zeit gibt es wegen der weltweiten Finanz-krise weniger Bestellungen.

Aus den Stoffresten entstehen lustige Teddybären in allen Größen und Farben und die übriggebliebenen Stoffabfälle dienen als Füllung für die Teddys.

Jojoba Farm

In den 1980er Jahren wurde auf einem Teil der Ranch Jojoba angepflanzt, ein Strauch, ursprünglich aus Mexiko, der nur wenig Wasser benötigt und die Trockenzeit gut übersteht.

Er hat kleine Früchte, die wie Bohnen aussehen und Öl enthalten, das bis auf 400 Grad C erhitzt werden kann.

Es war begehrt als Industrieöl und im Treibstoff für Raketen.

Seit synthetische Öle bevor-zugt werden und kein Markt mehr bestand, wurde die Farm aufgegeben.

Es wurde jedoch heraus-gefunden, dass sich Jojoba sehr gut eignet für kosmetische Artikel wie Shampoo, Massageöl und Lippenpomade.

Man hat überdies festgestellt, dass der Jojobastrauch von wilden Tieren gemieden wird, weil er ihnen Verdauungs-beschwerden bereitet.

Deshalb wird den Bauern angeraten, rund um ihre Felder Jojoba anzupflanzen, um die Elefanten fernzuhalten.

Überdies können sie die Jojobabfrüchte verkaufen.

Camp Kenya unterstützt verschiedene Frauengruppen, Baumschulen und andere Gemeindeprojekte.

Die Frauen erhalten die Plastiksäcke und Setzlinge für rasch wachsende Bäume, die sie später bei ihrem Haus und in der Umgebung pflanzen.

Wenn man die unzähligen Säcke mit Holzkohle sieht, die entlang der Hauptstraße tonnenweise zum Verkauf angeboten werden, kann man verstehen, dass für jeden gefällten Baum mindestens ein neuer wachsen sollte.

Besonders erfolgreich ist die Imani Women's Group in Mauungu, die von World Vision unterstütz wird.

Die Frauen bezahlen jeden Monat einen geringen Beitrag und helfen sich gegenseitig.

Nach und nach wurde für jede Frau Geschirr, Wellblech für das Doch, eine Kuh oder eine Ziege für Milch gekauft.

Es gelang ihnen sogar, 2 Acres Land zu erwerben, um eine Gemeindehalle zu errichten, wo von World Vision verschiedene Kurse abgealten werden.

Die Teilnehmerinnen geben die dort erworbenen Kenntnisse an andere Frauen weiter.

Da die Region sehr trocken ist und Gemüse nicht gut gedeiht, wurde vorgeschlagen, Pilze in Elefantendung anzubauen, der reichlich vorhanden ist.

In dunkeln Räumen stehen auf niedrigen Gestellen Plastik-säcke, gefüllt mit Elefantendung, der stets feucht gehalten werden muss.

Die Samen für die Austernpilze stellt World Vision zur Verfügung.

Sie wachsen gut, aber es muss noch ein Markt und Transport gefunden werden.

.

Coastweek -- Das endlose Buschland mit dem
Kasigau im Hintergrund.
FOTOS: ALKA SUBBARAO

.

Die Frauen erhielten auch Bienenkörbe; den gewonnen Honig verkaufen sie wie auch die Pilze und einige kunst-handwerkliche Arbeiten an Besucher.

Im Camp Tsavo wird aus Ele-fantendung Papier herge-stellt.

Der Dung wird mit Wasser gekocht, gesiebt, zerstampft und zur Hälfte mit Altpapier vermischt, wieder mit Wasser zerstampft und dann auf rechteckigen Sieben in Holzrahmen getrocknet.

Es entsteht ein dicker Papier mit faserigem Muster, das bemalt werden kann und als Umschlag für Einladungs- oder Glück-wunschkarten sehr dekorativ wirkt.

Rund um das Camp ist flaches Buschland mit Commiphoren und Akazien, alle mit Stacheln und Dornen - acacia nilotica, bussei, sterculia und mittendrin immergrüne boscia mit harten wachsartigen Blättern und einem giftigen Stachel, die deshalb von den Tieren gemieden werden.

Sie haben flache Wurzeln und können von Elefanten leicht umgestoßen werden.

Überall ist loses Dickicht mit umgefallenen Bäumen und Sträuchern in skelettartigen bizarren Formen.

Sie sind jedoch robust, halten Feuer, Trockenheit und wilden Tieren stand und schlagen nach dem ersten Regen wieder aus.

Gegen Abend sollte man zu einemInselberg fahren, um von dort aus die sagenhafte Aussicht über ein endloses Meer von Buschland und den Sonnen-untergang zu genießen, wenn der Kasigau vom Abendrot umrahmt ist.

Diese Weite, diese Ruhe - ein unvergeßliches Erlebnis !

.

 

.

 

Copyright © '96, '97, '98, '99, '00, '01, '02, '03, '04, '05, '06, '07, '08, 2009.
Coastweek Newspapers Ltd.  All rights reserved.

Comments and questions: coastwk@africaonline.co.ke